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    Lueger, Dagmar:
    Beobachtung leicht gemacht

    Beltz, 2005, 1. Aufl., 3-407-56287-X, Pp.,
    96 S., € 19,90. inkl. gesetzl. MwSt.

    Die Diagnostik kindlicher Entwicklungen ist eine grundlegende Voraussetzung, um pädagogische Interventionen zu planen und vergangene Interventionen zu evaluieren. Wer mit der Diagnostik kindlicher Entwicklungen beginnen möchte, steht jedoch vor vielen Fragen: Welche Bereiche soll ich beobachten? In welchen Situationen soll ich beobachten? Wie dokumentiere ich die Beobachtungen? Und vor allem: Wann habe ich neben dem “Alltagsgeschäft” Zeit für Diagnostik? Für den Bereich des Alters von der Geburt bis zum Schulbeginn bietet hier das Buch “Beobachtung leicht gemacht” der Diplom-Sonderkindergartenpädagogin Dagmar Lueger effektive Hilfe.
    Lueger unterteilt die kindliche Entwicklung in fünf Bereiche: Motorik, Wahrnehmung, Sprache, Denken und Emotionen / soziales Verhalten. Innerhalb dieser Bereiche gibt sie zunächst jeweils grundlegende Informationen über deren Bedeutung für die Gesamtentwicklung des Kindes und erläutert auch kurz medizinische Hintergründe. Es folgt dann jeweils eine knappe übersichtliche Darstellung des “normalen” Verlaufes der einzelnen Entwicklungsbereiche. Darauf folgt das Kernstück des Buches: die vorstrukturierten Beobachtungsbögen. Lueger ist sich bewusst, dass gerade bei großen Kindergruppen oft wenig Zeit für eine ausführliche Dokumentation bleibt und berücksichtigte dies bei der Konzeption der Beobachtungsbögen. Die Bögen sind jeweils für ein Jahr konzipiert. In der vorderen Spalte wird immer ein Item genannt (z.B. aus dem Bereich der auditiven Wahrnehmung: “Mit verbundenen Augen erkennt das Kind die Schallrichtungsquelle und kann sie auch lokalisieren.”). Neben dieser Spalte befinden sich fünf weitere – eine für jedes Quartal und eine für die durchschnittliche Beurteilung. Dank der zahlreich aufgeführten Items kann der Erzieher also nur durch das Notieren von Kürzeln ( + für zu beobachtenden Entwicklungsschritt, - für noch nicht zu beobachtenden Entwicklungsschritt, ~ für ansatzweise zu beobachtenden Entwicklungsschritt) viele Beobachtungen sehr schnell festhalten. Während manche Items sehr konkret sind, sind manche andere eher “schwammig” (z.B. “Kind besitzt Körpergefühl und –bewusstsein”).
    Gerade wenn mehrere Erzieher an der Diagnostik beteiligt sind, wäre es hier sicher wichtig, die Items zuvor genau durchzusprechen und eventuell zu konkretisieren, um eine gemeinsame Basis zu haben. Die Kürzel erlauben, wie auch das Fallbeispiel zeigt, einen guten Überblick über die Entwicklung des Kindes. Verwirrend kann hier jedoch sein, dass vereinzelt auch negative Items angeführt sind (z.B. “kann nicht durch die Nase atmen”).
    Eine weitere Erleichterung wäre es, wenn allen Beobachtungsbögen Angaben des Alters, in dem der jeweilige Entwicklungsschritt in der Regel bewältigt wird, beigefügt wären. Bei den Beobachtungsbögen zum Entwicklungsbereich Denken ist dies der Fall. Alle Diagnostik nützt jedoch nichts, wenn daraus keine Interventionen erfolgen. Deshalb ist es sehr sinnvoll, dass alle Kapitel mit pädagogischen Überlegungen abschließen, in denen Fördermaßnahmen zum jeweiligen Entwicklungsbereich dargestellt werden.
    Allen Kindergärten, die bisher noch kein Dokumentationssystem für die Beobachtung kindlicher Entwicklungen entwickelt haben, kann das Konzept von Dagmar Lueger nur empfohlen werden. Der Titel hält, was er verspricht: Das Buch enthält alle grundlegenden Informationen und ist sehr schnell umsetzbar. Je mehr Übung die Erzieher in der Dokumentation ihrer Beobachtungen haben, um so mehr wird sich der Zeitaufwand noch reduzieren. Und dieser Zeitaufwand wird sich bei der Planung und Auswertung von pädagogischen Interventionen sowie bei Gesprächen mit Eltern, Ärzten, Therapeuten etc. auszahlen.

    Karin Müller

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