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    Dibowski, Marc:
    Zaubern in der Schule

    Mildenberger, 2006, 1. Aufl., 978-3-619-01860-4, Spiralbindung,
    75 S., € 14,90. inkl. gesetzl. MwSt.

    Zaubern in der Schule??? Wer nicht weiß, was Zaubern – gerade angesichts von Diskussionen über „Lehrplanentrümpelungen“ – in der Schule zu suchen hat, der findet bei Marc Dibowski eine überzeugende Antwort: Er hat als Grundschullehrer die Erfahrung gemacht, dass ein reduziertes Selbstwertgefühl bei Kindern die größte Barriere für erfolgreiches Lernen ist. Es geht ihm also vor allem darum, Schülern, die sich aufgrund entsprechender Erfahrungen ein misserfolgsorientiertes Denken angeeignet haben, Könnenserfahrungen zu vermitteln – womit er sich an den Überlegungen der Heilpädagogin Annalisa Neumeyer („Mit Feengeist und Zauberpuste“) orientiert.
    Wer selbst einmal erlebt hat, welch großen Aufforderungscharakter Zaubern auf Kinder ausübt und wie stolz sie es macht, wenn sie etwas können, was selbst Erwachsene vor Rätsel stellt, wird glauben, dass Zaubern misserfolgsorientierte Kinder stärken kann. Selbst dann, wenn einmal ein Zaubertrick schief geht: Schließlich lassen sich Fehler in der Rolle des Zauberers problemlos umdeuten – schuld war dann z.B. der falsche Zauberspruch oder die fehlende Zauberpuste – und verlieren somit den Schrecken, der ihnen in der Schule sonst oft anhaftet.
    Dibowski geht es mit seinem Buch jedoch nicht in erster Linie darum, Begründungen für das Zaubern in der Schule zu liefern. Vielmehr wendet sich dieses Buch an Lehrer, die davon bereits überzeugt sind und die nun das notwendige Handwerkszeug suchen.
    Kernstück des Buches sind die zwanzig Zaubertricks, die sich durchgehend ohne komplizierten Materialaufwand umsetzen lassen. Zu jedem Zaubertrick gibt es zum einen Trickbeschreibungen für den Lehrer: mit zusätzlichen Hinweisen auf das Material, den Schwierigkeitsgrad, den Effekt, das Geheimnis, „Profitipps“ und Vortragsanregungen.
    Für die Schüler gibt es zu jedem Zaubertrick Kopiervorlagen mit sehr schönen und das Verständnis erleichternden Illustrationen und mit Kontrollfragen, die dazu anregen, sich noch einmal Gedanken über wichtige Details der Tricktechnik zu machen.
    Aufgrund der Spiralbindung des Buches lassen sich die Vorlagen sehr einfach kopieren. Als Ergänzung zu diesen zwanzig Zaubertricks findet sich noch ein kurzer Abriss, wie eine „Zauberstunde“ ablaufen kann sowie Kopiervorlagen mit den drei wesentlichen Zauberregeln, einer Urkunde für die Schüler sowie verschiedene Bilder der „Zaubermäuse“, die in diesem Buch als Identifikationsfiguren dienen und z.B. zur Gestaltung einer Zaubermappe oder von Stabpuppen eingesetzt werden können.
    Neben einem Verzeichnis mit weiterführender Literatur ist vor allem die beachtlich große Auflistung von Liedern zum Thema Zaubern hilfreich, die einer Zauberaufführung einen passenden Rahmen geben.
    Der Titel dieses Buches weckt vielleicht bei manchem Leser die Erwartung, dass eine Verknüpfung zu bestimmten Lehrplaninhalten hergestellt wird. Dies geschieht in diesem Buch jedoch nur ganz am Rande. Das mag manchen Leser, der gezielte Anregungen für seinen Fachunterricht sucht, enttäuschen. Mit etwas Phantasie lassen sich solche Verknüpfungen jedoch gut selbst herstellen: So kann z.B. der „Zahlenzauber“ beim Üben der Addition im Hunderterraum sinnvoll zum Einsatz kommen, die „Strohhalmvermehrung“ veranschaulicht prima das Prinzip der Verdopplung und das „Bierdeckel-Domino“ könnte den Fremdsprachenunterricht bereichern, wenn es um das Erlernen der Farbnamen geht.
    So bleibt nur zu hoffen, dass der Titel des Buches all jene nicht abschreckt, die in außerschulischen Zusammenhängen mit Kindern zaubern möchten; denn ihnen kann dieses ausgesprochen praxisorientierte Buch gleichermaßen wie Lehrern empfohlen werden.

    Karin Gassenmeier


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