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    Paul, Gerhard (Hrsg.):
    Das Jahrhundert der Bilder - 1949 bis heute Bd. 2

    Vandenhoeck & Ruprecht, 2008, 1. Aufl., 978-3-525-30012-1, geb.,
    798 S., € 39,90. inkl. gesetzl. MwSt.

    Wir leben im Zeitalter der Bilder. Die Flut von Bildern, mit der wir ständig konfrontiert werden und die wir bewusst oder unbewusst wahrnehmen, prägt unsere Vorstellung von der Realität mehr als je zuvor. Das 20. Jahrhundert (und natürlich das beginnende 21. Jahrhundert) wird daher häufig als „visuelles Zeitalter“, als Jahrhundert der Bilder bezeichnet. Mit den neuen technischen Möglichkeiten der Bild- und Reproduktionen von der Lithographie bis zum Foto oder Film brach die Jahrhunderte lange Dominanz der Druckmedien. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“

    Es waren die Bilder, die um die Welt gingen und die sich in unser Gedächtnis regelrecht eingebrannt haben: die Bilder von der Landung auf dem Mond, die Bilder vom Fall der Berliner Mauer oder von den Terroranschlägen auf das World Trade Center. Bilder beeinflussen unser Denken und Handeln, sie haben daher Macht und haben unsere Wahrnehmung von der Welt verändert.

    Der Bild-Text-Band „Das Jahrhundert der Bilder - 1949 bis heute“ untersucht die Bilderwelten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Herausgeber und Historiker Gerhard Paul hat weltweit Bildarchive durchforstet und Fachkollegen ganz unterschiedlicher Fachdisziplinen gebeten, sich den Bildern und deren Bildsprache des 20. Jahrhunderts zu nähern. Entstanden ist gewissermaßen ein Bildkanon des zurückliegenden Jahrhunderts.

    Das Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy, der Kniefall des Bundeskanzlers Willi Brandt, der aufgebahrte Che Guevara, der berühmte „Schuss von Saigon“, der Super-GAU von Tschernobyl, die Bilder vom „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking oder die Schreckensbilder von den Tsunami-Opfern zu den Weihnachtsfeiertagen 2004 - sie gehören zu den zentralen Erinnerungsbildern unserer Zeitgeschichte.
    Neben diesen historischen Bildern zählen aber auch die Bildikonen der Kultur, Kunst, Werbung, Wissenschaft und Technik zum visuellen Schatz des 20. Jahrhunderts, wie die Sexikone Marilyn Monroe oder die Liverpooler Musikband „The Beatles“.

    Die Bilder werden nicht isoliert betrachtet, sondern ihre Bedeutung, Geschichte, Wahrnehmung und Wirkung ausführlich untersucht, denn als Medium von Politik, Kultur und Kommerz hatten und haben sie eine bestimmte Funktion. Den Autoren ging es darum, dem Leser treffende Informationen über die Geschichte zu vermitteln und diese aus der Perspektive ihrer wichtigsten und bekanntesten Bilder zu rekonstruieren. Die Unterteilung in bestimmte Themen erlaubt außerdem, unterschiedliche Blicke auf einzelne historische Ereignisse zu werfen.

    Die ca. 500 ausgewählten Bilder sind chronologisch abgebildet. Mehrere Register erleichtern das Nachschlagen und ein ausgewähltes Literaturverzeichnis gibt weitere nützliche Hinweise für ein intensiveres Studium. Zunächst ist im Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht Band 2 (1949 bis heute) von „Das Jahrhundert der Bilder“ erschienen, im Februar 2009 soll Band 1 folgen, der den Zeitraum von 1900 bis 1949 umfasst. Mit beiden Bänden wird dann auf rund 1.600 Seiten ein europaweit einzigartiges Großprojekt vorliegen, das mit seiner visuellen Geschichtsdarstellung als neue Art der Geschichtsschreibung bezeichnet werden kann.

    Manfred Orlick


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