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    Paul, Gerhard (Hrsg.):
    Das Jahrhundert der Bilder - 1900 bis 1949

    Vandenhoeck & Ruprecht, 2009, 1. Aufl., 978-3-525-30011-4, geb.,
    822 S., € 39,90. inkl. gesetzl. MwSt.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Geschichte zu vermitteln. Früher blieb das dickbändigen Nachschlagewerken vorbehalten, heutzutage findet Weltgeschichte auf dem Fernsehschirm oder im Internet statt.

    Der Historiker Gerhard Paul hat nun mit mehr als 80 Autorinnen und Autoren aus fünfzehn Wissenschaftsdisziplinen (Historiker, Politwissenschaftler, Journalisten usw.) den Versuch unternommen, die textliche und visuelle Geschichtsvermittlung zu verbinden. Entstanden ist mit dem „Jahrhundert der Bilder“ ein exzellent illustriertes Geschichtsbuch und zugleich ein gewissenhaft kommentierter Bildatlas, der als Bildkanon des 20. Jahrhunderts zu verstehen ist.

    Nachdem die Autoren in ihrem “ersten Band” die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts präsentierten, folgt jetzt quasi der Vorgängerband „1900-1949“. Gerade die Jahrhundertwende von 1900 brachte einen mediengeschichtlichen Umbruch vom Übergang der Dominanz der Druckmedien zur Vorherrschaft der audiovisuellen Medien. Die Fotografie eröffnete ein neues Sehen. „Nicht mehr lesen, sehen!“, hieß seitdem die Proklamation. Eine Flut von neuen Bildern ergoss sich über die Menschen, die nie zuvor mit so vielen Bildern konfrontiert worden wie in diesen hundert Jahren.

    Der opulente Bild-Text-Band bringt die wichtigsten Bilder aus diesem Zeitraum, die sich gewissermaßen in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt haben. Bilder und Symbole fungierten als Mittel zur Beherrschung der Öffentlichkeit, sie sollten die Massen mobilisieren und motivieren. Wahlplakate, Bildpostkarten, Reklametafeln, Filmplakate, Sportfotos und Titelbilder von Zeitschriften, sie waren die bildhaften Ikonen dieser Zeit.

    Der Untergang der Titanic, die Schützengräben vor Verdun, die „Schwarze Venus“ Josephine Baker, Picassos Gemälde „Guernica“, die Flüchtlingstrecks im Frühjahr 1945, die Rote Fahne auf dem Berliner Reichstag oder der Atombombenabwurf über Hiroshima - der Bilderatlas zeigt die Schlüsselbilder, die die Welt bewegten. So sind die reichlich 800 Seiten wie eine Zeitreise durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.

    Der Leser wird aber mit der Bilderflut nicht allein gelassen. Mit ausführlichen und klugen Begleittexten werden die Bilder gedeutet und zum Sprechen gebracht. Durch diese Bildanalysen werden die kollektiven Bilder in ihren historischen Zusammenhängen gesehen.

    Ein umfassendes Personenverzeichnis und ein geografisches Register sowie eine Liste ausgewählter Literatur dienen der weiteren und vertiefenden Orientierung. Die beiden Bände „Das Jahrhundert der Bilder“ liefern ein anregendes und vielgestaltiges Bild des 20. Jahrhunderts. Ein bildgewaltiger Prachtband, der nicht nur durch seine Wissensvermittlung sondern auch durch seine hervorragende Buchgestaltung besticht. Ein außergewöhnliches Geschichtswerk auch für Schule und Studium.

    Manfred Orlick


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