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    Pöllauer, Gerhard:
    Die verlorene Geschichte der Amazonen

    EBooks.at, 2003, 1. Aufl., 3-902096-88-8, kt.,
    148 S., € 13,00. inkl. gesetzl. MwSt.

    Rund um die Amazonen erstrecken sich viele Geschichten und Sagen, die vorwiegend aus der griechischen Mythologie stammen. Langsam aber sicher beginnen nun auch die Historiker, sich mit den kriegerischen Frauengestalten der Antike ernsthafter zu befassen. Gerhard Pöllauer hat sich auf die „wissenschaftliche“ Spurensuche rund um den sagenumwobenen Frauenstamm begeben.

    Anspruchsvoll, hierbei sehr korrekt und faktenorientiert beschäftigt sich das Buch zunächst mit den meist griechischen Überlieferungen der antiken Literatur. Verschiedene Aussagen antiker Gelehrter wie z. B. die von Strabon und Herodot vergleicht Gerhard Pöllauer genauestens, so dass es leicht ist, Übereinstimmungen wie auch Abweichungen der antiken Quellen gegenüberzustellen und sich zunächst einen groben Überblick über die Amazonenkultur zu verschaffen.
    Der wichtigste und aufschlussreichste Teil dieses Buches erschließt sich im Kapitel „Archäologische Spuren“. Hier dokumentiert der Autor seine Forschungsreisen, die ihn an die verschiedenen Orte geführt haben, an denen laut antiker Schriften Amazonenkulturen bestanden haben sollen. Ohne zu glorifizieren oder gar zu orakeln legt Gerhard Pöllauer dem Leser Funde und Spuren vor, um sich anschließend mit deren Deutung zu befassen. Positiv zu erwähnen ist hierbei auch, dass beim Lesen nicht der Eindruck entsteht, der Autor möchte dem Leser seine Meinung aufzwingen; vielmehr werden die Schlussfolgerungen sehr vorsichtig und faktenorientiert gezogen.
    Ein gut nachvollziehbares Entwicklungsbild ergibt sich nicht zuletzt auch daraus, dass Pöllauer sich nicht allein auf die Amazonenkultur beschränkt, sondern auch frühzeitliche Bronzekulturen und deren Entwicklung an den Fundorten mit einschließt.
    Ein kleines Manko weist das Buch jedoch auf. Die Bilder von Fundstätten und Fundstücken sind durchweg in schwarz/weiß gehalten. Dies fällt besonders unangenehm auf, wenn vorab darüber informiert wurde, dass verwendete Materialen und Farben der Fundgegenstände aus unterschiedlichen Epochen variieren. Hier wäre es natürlich für den Leser durchaus interessant gewesen, zu den textlichen Beschreibungen auch Farbbilder zur Verfügung gestellt zu bekommen.
    Nichts desto trotz eröffnet sich am Ende des Buches für den Leser ein gutes umfassendes und wissenschaftlich bezogenes Bild der Amazonen und ihrer möglichen Kultur. Obwohl auch der Autor keine anerkannten Beweise liefern kann, ob diese Frauenkultur nun wirklich existiert hat oder doch eine Erfindung des klassischen Griechenlands ist, fällt es nach dem Lesen des Buches schwer, zumindest stark matriarchalisch orientierte Kulturformen, die einen Frauenstamm wie den der Amazonen hervorgebracht haben könnten, vollkommen auszuschließen.

    Birgit Fiolka

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