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    Höfler, Michael:
    Nebel ins Dunkel

    Gipfelbuch-Verlag, 2005, 1. Aufl., 3-937591-34-6, kt.,
    90 S., € 6,70. inkl. gesetzl. MwSt.

    Immer wieder wird in gewissen literarischen Kreisen kolportiert, es gebe mehr Lyrikschreiber als Lyrikleser. Lyrik führe gewissermaßen ein selbstverliebtes Schattendasein. Da der Buchmarkt außerdem von Bestsellern bestimmt wird, scheuen die renommierten Verlage oft das Risiko von Lyrikproduktionen, denn die Durchschnittsauflage pendelt sich meist bei einigen Hundert Exemplaren ein. Dagegen zeigen viele Kleinverlage im lyrischen Bereich lobenswertes Engagement.

    Der junge Autor Michael Höfler ist so ein Lyrikschreiber, der sich seit zwölf Jahren auf Gott und die Welt seinen Reim macht. Im Vorjahr erschien im hessischen Gipfelbuch-Verlag sein erster Lyrikband „Gedichte so schön wie Poesie“, der bei der Kritik einen großen Anklang fand. Nun liegt mit „Nebel ins Dunkel“ seine zweite lyrische Veröffentlichung vor. Das schmale Bändchen trägt den Untertitel „Zeitgenössische Gedichte der Epochen“ und ist eine Reise durch die unterschiedlichen Lyrikstile. Daher sind die 90 Seiten in Kapitel wie „Klassik“, „Sturm und Drang“ oder „Romantik“ unterteilt. Doch es finden sich auch Beispiele der „Gebrauchslyrik“ und „Schlammpoesie“.

    Der Alltagslyriker Höfler versucht, mit allen Formen der Poesie zu spielen, und schmuggelt sogar zwei Haikus darunter. Das Ergebnis ist häufig überraschend und die Themen unserer Zeit werden pointiert und amüsant verpackt. Viele Texte sind versponnene Selbstgespräche und laden zu Gedankenspielen ein, doch meist bleibt die Aussage im Dunkeln. Manches entpuppt sich als kurze Wahrnehmung des Alltäglichen vom „Traktat über Wühltische“ bis zum Bierzelt-Reim. Dem Leser fehlt aber oftmals die Treffsicherheit der Gedichte und er muss selbst zusammenfügen, was sich ihm im „Reim dich“-Baukasten darbietet.

    Auf seiner Webseite bekennt Michael Höfler: „Das Gros der Lyrik finde ich nur schwer genießbar.“ Aber Vorsicht, zu leichte Kost bekommt der Lyrik ebenso wenig. „Doch zum Tod so sag ich dir / schmeckt sehr gut auch Brot mit Bier.“ Trotzdem ein Band voll überraschender Metaphern. Wer Gedichte mag, sollte sich in die Gedankenwelt des Autors vertiefen, wer nicht, legt das Buch sicher bald zur Seite.

    Manfred Orlick

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